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Wie bringe ich mein Unternehmen aus der Verschleißzone in die Vitalzone?

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4 Fragen und Themenfelder für Ihre unternehmerische Gesundheit

„Alles verändert sich, es sei denn, irgendwer oder was sorgt dafür, dass es so bleibt wie es ist“ (Fritz B. Simon)

Verschleisszone Vitalzone

1.        Verschleißzone

Demotivation, Erschöpfung, innere Unruhe, schlechter Schlaf, Bluthochdruck, Frustration, „Hamsterrad“, Stress, Sinnverlust, Burnout. All diese Begriffe sind in unserem täglichen Sprachgebrauch zu finden, wenn es um das Thema Arbeit geht.

Doch was hat das für einen Sinn? Ein Leben im und mit Stress?

Nicht nur das Gesundheitswesen, sondern auch der freie Markt hat die schädlichen Auswirkungen von Belastungen im Job längst erkannt und neue Märkte erobert. Power-Yoga, Achtsamkeit im Business, Wellness für Manager etc. Angebote die Gesundheit und Business zusammenbringen sind unüberschaubar geworden. Selbst rein betriebswirtschaftlich orientierte Consulting-Firmen haben das Thema Gesundheit mittlerweile in Ihr Portfolio aufgenommen.  

Doch oftmals handelt es sich bei den externen Angeboten letztendlich nur um kurzfristige Linderungsmaßnahmen, die das Symptom behandeln, nicht die Ursache.

Denn Sie als Unternehmer, Geschäftsführer oder Führungskraft haben erheblichen Einfluss darauf, dass Ihr Unternehmen vital bleibt. Oder, falls es sich schon in der Verschleißzone befindet, wieder vital wird.  Sie müssen nur aus diesem passiven, unterbewussten Funktionsmodus aussteigen, der Sie in ihrer Alltagstrance festhält. Täglich müssen Sie sich neu entscheiden, in was Sie Ihre Lebensenergie sinnvoll investieren wollen. Auch eine Nichtentscheidung ist eine Entscheidung – meist in die falsche Richtung.

In der Unternehmenswelt lässt sich einiges verbessern, wenn Wahrnehmung und Haltung sensibilisiert sind. Bei Firmen, die gerade so über die Runden kommen, ist dies für alle Beteiligten meist offensichtlich. Doch selbst scheinbar erfolgreiche Unternehmen haben erheblichen Nachholbedarf was Erneuerungen angeht. Ein finanziell erfolgreiches Unternehmen ist nicht automatisch ein gesundes Unternehmen. Ja, Ergebnisse werden dort zwar erreicht, jedoch zu welchem Preis?

Wenn Menschen bei der Ergebniserreichung zu Schaden kommen, dann können wir nicht von einem ethisch gesunden Unternehmen sprechen. Sondern von einem Unternehmen, das sich in der Verschleißzone befindet.

Und der Verschleiß ist überall sichtbar. Jedoch bemerken viele Menschen diesen nichtmehr, denn sie haben sich daran gewöhnt. Und Gewohnheit bringt scheinbare Sicherheit. Selbst eine Person, die in einem Unternehmen ein Praktikum macht, kann unter Umständen nach kurzer Zeit beobachten, wie sich das Unternehmen aufzehrt. Denn oftmals sind die Verschleißzonen unbemerkt entstanden und wuchern vor sich hin.

Der Verschleiß besteht aus einer Kaskade von drei ineinanderfließenden Ebenen.

  1. die Überlastungen, 2. die Abweichungen und 3. die Verschwendungen.

Überlastung erzeugt Abweichung und Abweichung erzeugt Verschwendung.

Ungeplantes, Unerwartetes, Unvollständiges, Ungenügendes, Unerledigtes, Unsinniges, Undurchdringliches, Unübersichtliches. Das alles sind Verschwendungen – und diese werden durch Überlastungen und Abweichungen erzeugt. Die Kompensation dieser Verschwendungen führen zu Verschleiß in Form von Stress, Ärger, Demotivation.

Viele Besprechungen mit zu wenigen Ergebnissen („Meeting-Mania“), kurzfristiger Aktionismus, unausgereiftes Projektmanagement, unklare Rollen und Schnittstellen, widersprüchliche Prioritäten, Machtkämpfe etc. Viel zu viele Missständen, die als natürlich angesehen werden, sorgen für Verschleiß.

Doch was hält eine Verschleißzone überhaupt aufrecht, wenn vieles so offensichtlich erscheint? Oder besser gefragt: Wie halten wir eine Verschleißzone aufrecht? Die Antwort liegt auf der Hand. Kurzum: Durch den Bewusstseinsgrad, durch einschränkende Glaubenssätze, durch mangelnde Offenheit, durch Gewohnheiten und Wiederholungen, durch eine Konditionierung der Business-Illusion, durch Defizite in der Forschung usw.

Ist ein Bewusstsein für diese Punkte gewachsen, dann ist der nächste Schritt die Frage, wie ich als Unternehmer in die Vitalzone komme, so dass mein Unternehmen (wieder) ein gesundes und produktives Unternehmen mit motivierten und selbstbestimmten Mitarbeitern wird?

2.        Vitalzone

Es gibt über 40.000 Formen von Krankheiten. Und eine einzige Form von Gesundheit. Im Business gibt es die Vitalzone. Aus meiner Erfahrung als Unternehmensberater und gleichzeitig für uns als Unternehmensberatung proComet (aus der Nähe von Freiburg im Breisgau) besteht die Vitalzone aus Gesundheit und Sinn.

Was wollen Mitarbeiter?

Mehr Zeit; nette Kollegen; eine funktionierende Technik; ein stützendes Umfeld; mehr Selbstbestimmung; Möglichkeiten für persönlichen Wachstum; klare Aufträge; Projekte, die auch abgeschlossen werden können; etwas Großartiges machen und dabei gesehen werden; Wertschätzung.

Wodurch wird dies ermöglicht?

Durch funktionierende Prozesse, klare Rollen, flexible Strukturen, selbstorganisierte Systeme und konstante Unternehmens-Ergebnisse.

Stellen Sie sich als Unternehmer dafür 4 Fragen, mit denen Sie Ihre Vitalzone erforschen und erschließen können.

  1. Wo und wie sehe ich die Zukunft?
    Worauf freuen Sie sich gemeinsam? Wie sieht der Zukünftige Optimale Zustand Ihres Unternehmens aus? Wo ist die die Zukunft Ihres Unternehmens? Richten Sie Ihren Fokus auf das aus, was Entwicklung bringt und sie vorantreibt. Und nicht auf das, was Sie hindert und blockiert. Denn es ist recht einfach: Ihre Fokuslenkung gestaltet ihre Lebenswirklichkeit.
  2. Tue ich die Dinge, die ich auch wirklich will, für die ich mich bewusst entschieden habe?

Sind die Leute, die ständig über Erschöpfung und Belastung klagen, vielleicht auch deshalb in der Verschleißzone, da sie unmotiviert Dinge tun, die Sie eigentlich nicht tun wollen? Können sie sich mit ihrem Tun und Wirken überhaupt identifizieren?

          Love it, Change it or Leave it.

Hinter allem was Menschen tun, sollte immer eine bewusste Entscheidung stehen. Und zwar in die Richtung, die sie aus einem inneren, positiven Beweggrund heraus gestalten. Im Idealfall bereits bei der Reflexion über das Stellenangebot und das Berufsfeld, auf das sie sich beworben und für das sie sich entschieden haben. Denn bereits dann bahnt sich eine positive und leistungsfördernde Bereitschaft, mit der sie sich im Unternehmen einbringen und verwirklichen.

  1. Bin ich Opfer oder Gestalter?

Ein Klient fragt seinen Geschäftspartner: „Was das nächste Jahr wohl bringen wird?“

Der Geschäftspartner antwortet: „Was wird es wohl bringen? Ostern, Pfingsten, Weihnachten. Winter, Frühling, Sommer, Herbst. Die Frage ist doch eher: Was machst Du aus dem nächsten Jahr?“

Viele Leute haben immer noch die Haltung „Es passiert halt“ oder „Ich bin halt so“.

Dabei begeben sie sich automatisch in eine Opferrolle, die den Einflüssen der Umgebung ausgeliefert zu sein scheint. Doch es besteht immer die Möglichkeit, die eigene Umgebung und somit auch die eigene Wirklichkeit proaktiv zu gestalten. Dabei ist eine Fokussierung auf die Ressourcen und nicht auf die Defizite der gangbare Weg. Denn nur so können Sie gestalten und verändern.

  1. Wie sind Ihre sozialen Beziehungen?

Vitalität entsteht im Miteinander. Soziale Beziehungen spielen eine wichtige Rolle für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz. Die Auswahl der Beziehungspartner ist dabei entscheidend. Ein positiver Austausch mit Kollegen stellt dabei eine Ressource da. Je stabiler die Beziehungen im Unternehmen sind, desto gesunder ist die Berufs- und damit auch die Lebensqualität.

Schauen Sie immer ganz bewusst auf diese 4 Fragen und Themenfelder.

Stimmt es in einem Bereich nicht, dann kann dies noch ganz gut kompensiert werden. Im besten Fall kann man es auch aktiv ändern. Wenn es in zwei Bereichen nicht stimmt, dann wird es im Hinblick auf Ihre Gesundheit bereits grenzwertig. Stimmt es in drei Bereichen nicht, dann sind die Leute fast immer in der Verschleißzone. Sie werden krank.

Sowohl im beruflichen als auch im privaten Alltag ist es wichtig, diese 4 Themenfelder durchzugehen und im Blick zu behalten, wenn sich eine „Verschleiß-Tendenz“ bemerkbar macht. Denn dann können Sie diesen Tendenzen bewusst und vor allem rechtzeitig entgegensteuern.

Achten Sie auf Ihre Vitalität.

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